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Zeughaus Teufen

Grubenmann-Museum

Profanbauten

Wiederaufbau von Bischofszell TG

Die mittelalterliche Altstadt von Bischofszell mit ihrer geschlossenen Stadtmauer wird im Mai 1743 innert sechs Stunden durch einen Brand in Trümmer und Asche gelegt. Insgesamt 70 Holzhäuser fallen dem Feuer zum Opfer. Am 27. Juli 1743 wird Baumeister Jakob Grubenmann mit einem Gesamtbebauungsplan beauftragt. Mit seinen beiden Brüdern liefert er innert 14 Tagen einen Riss, der Rat und Vogt gefällt, aber erst im Dezember können Hans Ulrich Grubenmann und der Bischofszeller Stadtschreiber in Meersburg das Vorhaben dem neu gewählten Fürstbischof von Konstanz, Oberhaupt auch von Bischofszell, vorlegen. Dieser akzeptiert, wünscht jedoch weite Gassen und Häuser aus Stein; sie sollen nicht mit unterschiedlichen Höhen gebaut werden, was sich aber nicht in allen Fällen realisieren lässt.

Lindau am Bodensee

Nach dem Stadtbrand, dem 1728 sechs Häuser zum Opfer fallen, kommt Jakob Grubenmann nach Lindau. Er offeriert jedem Bürger, der sein Haus wieder aufbauen will, Grundriss und Modell zu liefern und bei Gefallen den Bau zu errichten. Nachdem Grubenmann von Michael von Seutter den Auftrag für den Bau des Kawatzen und von Frau von Eberz für das Haus zum Baumgarten erhalten hat, regt sich der Zorn der einheimischen Bauleute. Grubenmann sei nicht zünftig, kein Meister der Profession. Nach harten Verhandlungen darf Grubenmann als ‹Aufseher› und ‹Angeber› – heute ist das der Architekt – die Bauten durchführen, doch soll er die Gesellen bei den einheimischen Meistern anwerben. Die beiden Paläste am Marktplatz gehören zu den schönsten Barockbauten am Bodensee. Das imposante Treppenhaus des Baumgarten, an unsichtbaren Trägern aufgehängt, und die geschweiften Dachstühle erregen Bewunderung.

Repräsentative Treppen

In den stattlichen Bürger- und Fabrikantenhäusern der Baumeister Grubenmann überraschen die repräsentativen Treppenanlagen. Die breiten Treppenläufe sind für die langen und weiten Röcke der damaligen Mode geeignet. Häufig sind die Geländer mit reich geschnitzten Balustern aus Nussbaumholz oder mit barock geschmiedeten Gittern gestaltet. In Bischofszell findet man Treppenanlagen, die in einem Viertelkreis stützen- frei über mehrere Stockwerke führen, während im Haus zum Baumgarten in Lindau das imposante Treppenhaus aus dreiläufigen Steintreppen an einem unsichtbaren Tragwerk aufgehängt ist. Die erstaunlichen und überaus schönen Konstruktionen sind besonders statisch interessant. Im ‹schönsten Pfarrhaus der Schweiz› in Trogen sind in den stuckierten Decken des Treppenhauses viele kleine Spiegel eingelassen. Wie das wohl funkelte, wenn man mit einem Kerzenleuchter die Treppe hinaufging?

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