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Zeughaus Teufen

Grubenmann-Museum

Brücken

Der Holzbrückenbau

Balken- und  Jochbrücken gelten als Urform des Holzbaus. Bis ins 19. Jh. entwickeln Zimmerleute und Baumeister ihre Holztragwerke ohne Kenntnisse von theoretischen und rechnerischen Grundlagen. Brückenbauer erproben ihre Erfahrungen meist beim Dachbau; die enge Beziehung zwischen Dach- und Brückenbau ist an den Modellen leicht zu erkennen. Der hervorragende Einfluss der Baumeister Grubenmann mit ihrem konstruktiven Denken prägt das 18. Jahrhundert. Ihre mehrfeldrigen Spreng- und Hängewerke ermöglichen Spannweiten von weit über 30 m. Daraus gehen neue Tragwerke hervor: das Fachwerk und der Bogen. Die Bogenbrücke über die Limmat bei Wettingen von H.U. Grubenmann bildet einen Höhepunkt.

Rheinbrücke in Schaffhausen

Nach dem Einsturz der Steinbrücke 1754 entscheidet sich der Rat von Schaffhausen, Hans Ulrich Grubenmann den Auftrag für eine Holzbrücke über den Rhein zu erteilen. Der Vorschlag des Baumeisters, eine stützenlose Brücke von gegen 120 m Spannweite zu bauen, erstaunt die Auftraggeber, obwohl er sich bei der Vorstellung mit seinem ganzen Gewicht auf das Modell stellt, um dessen Tragkraft zu beweisen .Es sind aber eher die hohen Kosten für die grosse Menge des zusätzlich benötigten Holzes – und weniger das Misstrauen –, die den Rat sich für eine Brücke mit Pfeiler entscheiden lassen. Nachdem das neue Projekt 1755 genehmigt ist, erwirbt Hans Ulrich im Bregenzerwald das notwendige Holz. 1758 wird die Brücke dem Verkehr übergeben. Wettingen und Schaffhausen sind die Hauptwerke des Meisters.

Brücke bei Wettingen AG

Ende 1764 erhält Hans Ulrich Grubenmann, der renommierte ‹Brückenbauer und Vertrauensarchitekt› des Abtes von Wettingen, vom Kloster den Auftrag für eine Brücke über die Limmat. Allein sein noch vorhandenes Originalmodell gilt als eine Meisterleistung der Zeit. Die geplante 12-teilige Tragkonstruktion der Brücke mit 61 m Spannweite wird beim Bau nur 10-teilig umgesetzt. Mit der Errichtung von zwei mächtigen kompakten Flachbögen aus Eichenholz begründet Hans Ulrich seine Schlüsselstellung als Brückenbauer im In- und Ausland. Nur wenigen Brücken in der Schweiz wird in der Literatur so viel Lob zuteil. Ingenieur Anton Steurer schreibt: ‹Mit der 61 m weit gespannten Limmatbrücke erreichte Hans Ulrich Grubenmann 1766 unbestritten den Gipfel der Bogenkonstruktionen aus Holz.›

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